Ein reiner Class-A-Verstärker in Single-Ended-Technik, vollsymmetrisch vom Eingang bis zum Ausgang und ganz ohne Gegenkopplung – mit dem AMP 6300 hat der japanische Hersteller C.E.C. das Spitzenmodell seiner Serie gebaut. Unser Exemplar stammt aus dem Jahr 2014, wurde aus erster Hand übernommen und weist gemessen am Alter nur sehr wenige Betriebsstunden auf; der Listenpreis lag je nach Baujahr und Ausstattung zwischen 3.599 und 4.799 Euro.
Konstruktiv geht C.E.C. eigene Wege: Eine klassische Vorverstärkerstufe entfällt, im Signalweg liegen nur die Eingangswahl und das Digital Intelligent Gain Management (DIGM), das die Verstärkung über geschaltete Metallfilmwiderstände in 66 Schritten zu je 1 dB regelt – verlustarm und mit digitaler Balancejustage in 1-dB-Schritten bis +10 dB. Die Verstärkung selbst übernimmt die hauseigene, gegenkopplungsfreie LEF-Schaltung (Load Effect Free), die auf Stabilität und Klangqualität hin optimiert wurde.
Ein 600-Watt-Ringkerntransformator und über 100.000 µF Siebkapazität speisen die Endstufe, in der 16 große 15-Ampere-Leistungstransistoren arbeiten – das ergibt 2x 190 Watt, einen Dämpfungsfaktor von 360 und stabile Leistungsabgabe auch an komplexen Lasten; ein eigenes Temperaturkontrollsystem führt die Class-A-Abwärme ab. Zwei symmetrische Eingänge sind vorhanden, RCA-Signale werden intern symmetriert, und je Eingang lässt sich die Verstärkung zur Pegelangleichung um 6 dB anheben.
Bis auf zwei kleine, recht unauffällige Kratzer auf dem Gehäusedeckel präsentiert sich das Gerät in tadellosem Zustand; es hat eine technische Durchsicht samt kleiner Wartung erhalten und wird mit zwölf Monaten Gewährleistung abgegeben. Zum Lieferumfang gehören die große Systemfernbedienung, die auch C.E.C.-CD-Player steuert und seinerzeit 380 Euro Aufpreis kostete, sowie ein Standard-Netzkabel; Originalverpackung und Anleitung fehlen, der Versand erfolgt transportsicher verpackt.